Edelsteine in Schmuck fassen – nicht jedermanns Sache
Goldschmiede machen Schmuck. Klar. Wirklich?
Spezialisierung bestimmt auch hier das Berufsbild – aber nicht als neuere Entwicklung sondern traditionell. Das Fassen von Edelsteinen ist nämlich ganz und gar nicht Sache vieler Goldschmiede. Auf diese Arbeit haben sich einige Meister der Zunft konzentriert. Sie erfordert umfangreiches Wissen über Edelsteine: Wegen der Unterschiede in der Mohshärte, Spaltbarkeit und Sprödigkeit der Edelsteine ist beispielsweise ein Diamant wesentlich leichter zu fassen als ein Citrin. Und so kommt es, dass nach seiner Fertigung ein Schmuckstück samt Edelstein vom schmiedenden zum fassenden Goldschmied geschickt wird.
Gute Fasser sind selten. Man sagt ihnen nach, viele seien „Diven“, lassen sich nicht hetzen, machen keine festen Zusagen und übernehmen vor allem keine Garantie dafür, dass der Stein beim Fassen unbeschädigt bleibt. In solchen Aussagen spiegelt sich aber mehr eine gewisse Geheimniskrämerei auf der einen und die Ehrfurcht vor dem Können auf der anderen Seite. Fakt ist: So handwerklich und gestalterisch perfekt ein Schmuckstück auch sein mag, ohne den vorgesehenen Edelstein ist es gar nichts. Und da am Ende das Lob der Goldschmied erntet, sei eine kleine Eigenheit den abseits des Rampenlichts stehenden Fassern zugestanden.



