Turmalin

Turmalin Turmalin

Im Schmucklexikon von purador haben wir über einige Edelsteine oder besser Edelsteingruppen geschrieben, die viele Varietäten ausbilden. Die Granate sind sicher eine der reichhaltigsten dieser Gruppen. Nicht minder variantenreich und interessant ist die Gruppe der Turmaline. Wenn Sie also ein Schmuckstück mit einem Turmalin besitzen oder erwerben wollen, ist in Wirklichkeit einer der vielen Vertreter gemeint. Für den Laien erschwerend kommt hinzu, dass es für die unterschiedlichen Varietäten zwei Bezeichnungssystematiken gibt. Der Juwelier nutzt die Bezeichnung anhand der Farbgebung:

  • Rubellit heißt der rote Turmalin.
  • Verdelith ist grüner Turmalin.
  • Mit Indigolith wird blauer Turmalin bezeichnet. Er ist extrem selten.
  • Beim Schörl handelt es sich um schwarzen undurchsichtigen Turmalin.

Diese Bezeichnungen passen allerdings wenig zu den ansonsten in der Edelsteinkunde maßgebenden Eigenschaften wie chemischer Zusammensetzung, Härte, Glanz und (unter anderem) Farbe. Turmaline bestehen aus Mischkristallen, die immer Silicium und Bor, darüber hinaus aber eine große Vielzahl weiterer Elemente enthalten. Turmaline weisen eine Mohshärte von 7 bis 7,5 auf.

Wir wollen es hier bei den eben genannten und im Edelstein- und Schmuckeinzelhandel gängigen Bezeichnungen belassen. Zu diesen hat sich in den letzten Jahren eine Bezeichnung hinzugesellt, die nun auf die (ursprüngliche) Fundstätte hiweist, der Paraiba-Turmalin. Paraiba ist ein Bundesstaat in Brasilien, in dem eine Mine besonders feine Qualiäten förderte. Die Steine zeichnen sich durch ein grün- oder türkisstichiges Blau aus, das von unbeschreiblicher Leuchtkraft ist. Vielleicht wurde die Bezeichnung neu geprägt, weil diese Edelsteine sonst weder dem Verdelith noch dem Indigolith zuzuordnen gewesen wären? Paraiba-Turmaline werden inzwischen auch in Nigeria und Mozambique gefunden, allerdings nicht mit so intensiven Farben.

Sehr selten und erst seit wenigen Jahren bekannt sind gelbe Turmaline. Sie stammen aus Malawi und zeichnen sich durch ein besonders schönes Kanariengelb aus.

So vielfältig wie die Varianten sind auch die Schliffformen für Turmaline. Häufig werden sie mit einem Treppen- oder Smaragdschliff versehen. Die natürlichen Kristallformen begünstigen langgezogene Rechtecke. Aber auch runde und ovale Formen sind häufig. Selten sind Glattschliffe und Cabochons.