Perlengraduierung
Beste Grundlage für schönen Schmuck ist die Qualität der verarbeiteten Materialien. Die Qualitätsbewertung von Perlen findet in Japan immer, in anderen Ländern zum Teil nach den folgenden Kriterien statt. Sie werden auch die 4S und 2C genannt.
Größe (Size)
Je größer eine Perle, desto wertvoller ist sie verglichen mit anderen, bei denen die weiteren Merkmale identisch sind.
Form (Shape)
Eine perfekt runde Perle soll in alle Himmelsrichtungen gleichmäßig über eine ebene Fläche rollen. Die nächsten Stufen gehen von nahezu rund bis barock. Bewertet wird bei unrunden Formen auch noch, ob die Perle zumindest symmetrisch sind.
Oberfläche (Spot)
Je makelloser die Oberfläche ist, desto wertvoller ist die Perle.
Lüster (Shining/Lustre)
Unter Lüster versteht man bei Zuchtperlen die Schärfe und Intensität der Spiegelung auf der Perloberfläche. Einfacher formuliert könnte man von Glanz und Leuchten sprechen. Es versteht sich von selbst, dass ein besserer Lüster zu einer höheren Bewertung führt.
Schichtdicke (Coating)
Die Schichtdicke meint die Stärke der den Kern umhüllenden Perlsubstanz. Sie ist entscheidend für die Qualität einer Perle, denn die Haltbarkeit des Juwels hängt ebenso von ihr ab wie auch der Lüster. Schichtdicken unter 0,15 mm gelten als minderwertig, ab 0,6 mm bezeichnet man sie als sehr dick. Die Schichtdicke kann ohne professionelle Messinstrumente nicht ermittelt werden. Sie wird in Zertifikaten vom Juwelier daher auch nicht exakt wiedergegeben.
Farbe einschl. Überfarbe (Colour/Body Colour)
Farben sind natürlich Geschmackssache, dennoch gelten rosa und weiße Perlen in Japan als die wertvollsten, während Creme- und Gelbtöne nicht geschätzt werden. Die Basis- oder Körperfarbe bezeichnet die Hauptfarbe der Perle. Das System unterscheidet hier zwischen 13 Stufen, in die auch die Überfarbe einbezogen wird.
Als Überfarbe bezeichnet man, falls vorhanden, einen zusätzlich erkennbaren Farbschimmer, der über der Perle zu schweben scheint. Die Überfarbe ist der »undefinierbare« Schein einer Perle. Er kann auf weißem Untergrund, in tageslichtähnlichem Kunstlicht und ohne intensive Umgebungsfarben am besten beurteilt werden.
Die Beurteilung von Tahitiperlen orientiert sich ebenfalls an Größe, Form, Oberfläche, Lüster sowie Farbe. Allerdings hat wegen der möglichen Vielfalt die Farbe einen weniger entscheidenden Einfluss auf die Bewertung. Das Gesamtbild eines Perlcolliers ist wichtiger.
China verfügt aktuell nicht über ein etabliertes, einheitliches System zur Graduierung seiner Perlenprodukte.