Einschlüsse
Wird über die Bewertung von Diamanten gesprochen, so spielt deren Reinheit eine wichtige Rolle. Aber wie steht es mit anderen Edelsteinen? Heißt rein = wertvoll und umgekehrt womöglich unrein = wertlos? Hierzu gleich ein ganz klares Nein!
Was sind Einschlüsse überhaupt und wie sind sie entstanden? Mit Einschluss wird jeder Fremdkörper wie auch eine Störung des Kristallgitters eines Edelsteins bezeichnet. Es kann sich um fremde Mineralien, andere Stoffe, Risse oder Hohlräume handeln. Jeder Einschluss verrät etwas über die Entstehung des Kristalls und macht oft erst seine besondere Schönheit aus! Einschlüsse sind darüber hinaus das beste Echtheitszertifikat, welches man sich für einen Edelstein wünschen kann. Nur synthetisch hergestelltes Material ist makellos und Imitationen (z. B. aus Glas) könnte man unter diesem Gesichtspunkt auch als charakterlos bezeichnen.
Einschlüsse können entstehen, wenn das umgebende Kristall ein älteres durch sein Wachstum umschließt, oder wenn eines bei zeitgleicher Entstehung schneller wächst als ein zweites und dabei das Fremdkristall in sich aufnimmt. Risse entstehen durch innere Spannungen und äußere Krafteinwirkung wie auch ungleiches Wachstum. Fremdstoffe dringen über diese Risse später in Hohlräume ein.
Oft sind Einschlüsse gewollt. Bernstein lebt von seinen organischen Einschlüssen, die ganze Geschichten erzählen können. Manche Einschlüsse ermöglichen erst optische Effekte, die den besonderen Wert eines Edelsteins ausmachen: Katzenaugeneffekt, Lichtsterne, Seide (siehe Smaragd). Rutilnadeln im Bergkristall sind beispielsweise wunderschön. Die Wertschätzung für nicht vollkommen reine Edelsteine gilt nicht nur für deren Sammler, sondern bezieht sich auch auf Schmuck.