Hilde Janich

Hilde Janich
Hilde Janich

Portrait

»Wenn ich Stücke erfinde, sind sie zunächst oft wie Lebewesen für mich. Ich spüre regelrecht ihren Atem, ihr Pulsieren und ihre Bereitschaft sich zu wandeln, mir ihre verschiedenen Gesichter oder Facetten zu zeigen.«

Unbeschwert, duftig, zart, poetisch – der ätherische Schmuck der Essenerin Hilde Janich ruft lauter feinsinnige Assoziationen hervor. Dabei bevorzugt sie für ihre zarten Gebilde ein eher rustikales Material: Ihre Schmuckstücke sind aus Pergament gearbeitet.

1992 entstand Hilde Janichs erste Pergamentkette, bei der sie gefärbte und geschnittene Pergamentstückchen mit gespannter Nylonschnur verknotete und so den bis heute unverwechselbaren, Janich-typischen, federleichten Effekt erzielte. Immer sind ihre Schmuckstücke in sich farblich harmonisch abgestimmt, ihre Wirkung jedoch kann sehr verschieden sein: Mal überlappen sich wohl geordnete Pergamentelemente zu einer Bauchnabel langen Kette, andere erinnern in ihrer chaotischen Struktur an hauchzarte Nestgebilde. Schlaufen- und spiralenförmige Elemente aus Pergament und zunehmend auch aus Edelmetall verschlingt sie ineinander, wobei die sie umgebende Natur eine geradezu unerschöpfliche Inspirationsquelle bildet. Das Zufällige am Wegesrand – ein sich kringelnder Haselstrauch oder wirbelndes Herbstlaub – dient ihr als Vorlage für neue Formen und Kompositionen. Was man den Ketten nicht ansieht: So leicht und beschwingt sie wirken, der Arbeitsaufwand, speziell wenn es um neue Formen geht, ist oft enorm und erfordert tagelanges Experimentieren, Verwerfen und Perfektionieren. So wie Hilde Janichs eigenes Berufsleben von kontinuierlichem Wandel geprägt ist, so wandelbar, flexibel und biegsam ist auch ihr Schmuck. »Ich würde nie ein Schmuckstück anfertigen, das unveränderbar und statisch ist«, sagt die Goldschmiedin und Schmuckgestalterin, die im ersten Beruf als Lehrerin gearbeitet hat. »Genauso wenig wie ich ein Leben ohne Veränderungen ertragen könnte.«

Lebenslauf

geb. 1953 in Hilden
1972 - 75 Besuch der Pädagogischen Hochschule, Neuss
1976 - 80 Lehrerin an Hauptschulen in Duisburg
1980 - 83 Goldschmiedelehre in Bochum und Düsseldorf
1983 - 87 Goldschmiedin in verschiedenen Werkstätten in Neuss und Düsseldorf
1987 - 92 Studium an der FH-Düsseldorf, Fachbereich Produktdesign
1992 Diplom bei Prof. E. Holder, »Schmuck zum Thema Schatten«
seit 1992 selbstständig als Schmuckdesignerin

Ausstellungen und Veröffentlichungen (Auswahl)

1991 »Buchschließen«, Buchbinderei Mergemeier, Düsseldorf, 2. Preis beim Wettbewerb
1993 »Manu Factum - '93«, Handwerkskammer, Düsseldorf
1994 »Schmuck Hilde Janich«, Stadtbücherei Hilden
1995 »Sommerschmuck«, Galerie Alpha, Würzburg
»Transparent - Pergament«, Stadtmuseum, Düsseldorf
Schmuckentwürfe für Firma Berolina, Pforzheim
1996 Galerie Hélène Porée, Paris
seither Zusammenarbeit mit Charon Kransen, New York
1997 Verschiedene Ausstellungsbeteiligungen
1998 »Jewellery Moves«, National Museums of Scotland, Edinburgh
1999 »Selection 1999«, Zeche Zollverein, Essen
»Loving Energy«, Wettbewerb, Tokyo: Anerkennung
seither Zusammenarbeit mit Studio GR. 20, Padua
2000 »Selection 2000«, Zeche Zollverein, Essen
Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg, 1 Ankauf
2001 Sotheby's, London
2002 »Formate«, Bottrop
ELLE Plus, Veröffentlichung (2 Seiten)
»nicht ohne«, Projekt der FH Düsseldorf
2004 Einzelausstellung, Stadtsparkasse Essen, Regionaldirektion
»Kunsthandwerk & Design«, Veröffentlichung (4 Seiten)
»Natur ganz Kunst«, Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg
2005 GZ Art+Design 2/2005, Veröffentlichung
Portrait »Mystical skin - jewelry made of parchment«
2006 Galerie BANKOSHA, Tokyo
Ausstellung mit Kazuko Nishibayashi
2007 Galerie Handwerk, München
GZ, Veröffentlichung Portrait
Ausstellung bei Claudia Liedtke, Mallorca
»SCHMUCK« Veröffentlichung Portrait
seit 2002 Inhorgenta, München
seit 2005 »Kunstspur Essen«

 Pergamentcollier kakao von Hilde Janich 
 Pergamentcollier Feuer von Hilde Janich 
 Pergamentcollier aubergine von Hilde Janich 
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